Im Naturpark „Elm-Lappwald“ liegt die historische Kreisstadt Helmstedt mit rd. 26.000 Einwohnern. Von der ersten Erwähnung im Jahr 952 bis zum Ende der Teilung Deutschlands blickt die ehemalige Universitäts- und Hansestadt auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück. Sehenswert sind die vor den Toren der Stadt gelegenen Großsteingräber aus der Zeit um 3.500 v. Cr. - die Lübbensteine - und das älteste erhaltene Stadttor im Lande Braunschweig, der Hausmannsturm. Das frühere Kloster St. Marienberg mit seiner Schatzkammer und einer Paramentenwerkstatt, die bundesweit von Bedeutung ist, zieht ebenso Touristen an wie das ehemalige Benediktinerkloster St. Ludgerus und dessen Eingangsportal, das sogenannte Türkentor. Berühmtheit weit über die Landesgrenzen hinaus erlangte die Stadt in der Neuzeit mit der 1576 gegründeten und von Herzog Julius privilegierten Landesuniversität, der Academia Julia. Im Jahre 1810 ließ Jérome Bonaparte - König von Westfalen - die Helmstedter Alma mater Julia schließen. Das Stadtbild Helmstedts wird geprägt von zahlreichen Professorenhäusern und Fachwerkbauten aus mehreren Jahrhunderten. Viele der historischen Wohnhäuser sind mit herrlich verzierten Fassaden geschmückt. Besonders beachtenswert sind das Hoflager des Herzogs Julius von 1567 und das älteste noch erhaltene Wohn- und Geschäftshaus Helmstedts aus dem Jahr 1491 am Marktplatz. Eine besonders geschätzte Erholungsstätte im urwüchsigen Lappwald ist der nur wenige Kilometer von der Kernstadt entfernte Erholungsort “Bad Helmstedt”, wo herrliche Wanderwege, Teiche und Grünanlagen einen besonderen Reiz entfalten. Sehenswert ist auch der Skulpturenpark, in dem die aus Sandstein bestehenden bis zu 4,50 m hohen Werke internationaler Künstler aufgestellt sind. Es lohnt sich, hier einen ausgedehnten Spaziergang um die Teiche zu machen, anschließend einen Kaffee zu trinken und in Helmstedt den Tag mit einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen. Folgt man dann den Radwanderwegen im Lappwald, so kann man Überreste der vorgelagerten mittelalterlichen Helmstedter Verteidigungsanlagen, die sogenannten Warten entdecken. In den Jahren 1924 bis 1927 wurde das heutige Brunnentheater gebaut und am 1. Juni 1927 mit Kalmans Operette ‚Gräfin Mariza’ unter dem Namen 'Kurtheater Bad Helmstedt' feierlich eröffnet. Neben immerhin 12 Operetten standen 8 Komödien und 13 Schauspiele auf dem ersten Sommerspielplan. Zwar fehlte an diesem Tag noch manches an der Inneneinrichtung und auch das äußere Erscheinungsbild bot noch nicht den heute gewohnten Anblick, aber dennoch überwog bei den Helmstedtern die Freude, wieder ein Theater zu haben. In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts verzeichnete das Theater einen riesigen Aufschwung. Die immer größer werdende Mobilität der Bevölkerung trug dazu bei, dass das Brunnentheater nicht nur auf die Helmstedter sondern auch auf die Einwohner im Umland eine wachsende Anziehungskraft ausübte. In dieser Zeit wurde das Brunnentheater zum kulturellen Mittelpunkt im Landkreis Helmstedt. Die jährlichen Besucherzahlen bewegen sich zwischen 25.000 und 28.000 und zeugen davon, dass das Helmstedter Theater nach wie vor unverzichtbarer Bestandteil des hiesigen Kulturlebens ist. Wo lässt sich besser über das Zusammenwachsen Deutschlands nachdenken als dort, wo die Teilung am deutlichsten wurde? Das Projekt “Grenzenlos-Wege zum Nachbarn” verbindet die lebendige Erinnerung an die Grenze und den intellektuellen Disput über Probleme und Chancen der Ost-West-Annährung sowie die Überwindung von Grenzen in den Köpfen der Menschen. “Grenzenlos-Wege zum Nachbarn” wurde am 07. November 1997 als “Projekt EXPO 2000” registriert. Die entsprechende Rundfahrt umfasst neben dem Besuch des Zonengrenz-Museums Helmstedt und des Grenzdenkmals in Hötensleben auch eine Besichtigung des Grenzdenkmals Deutsche Teilung Marienborn. Grenzenlos heißt auch: Vorträge, Diskussionen, Gedankenaustausch über alle Fragen des Zusammenwachsens von Ost und West. Teil des Konzeptes sind deshalb die jährlich stattfindenden Universitätstage anlässlich des Tages der Deutschen Einheit. Im Hauptgebäude der früheren Universität - dem Juleum - treffen Wissenschaftler und Politiker aus ganz Deutschland zusammen. Die Vergangenheit der Teilung begreifen, um Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft aufzuzeigen - das ist das Anliegen von „Grenzenlos - Wege zum Nachbarn“. Stadt Helmstedt, Info am Markt Markt 7/8, 38350 Helmstedt Tel.: 0 53 51/ 39 90 95, Fax: 0 53 51/ 39 90 81 Internet: www.stadt-helmstedt.de E-Mail: tourismus@stadt-helmstedt.de |