Kaiserdom Königslutter

Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere

Infos

Adresse
Vor dem Kaiserdom
38154 Königslutter am Elm

Kontaktdaten
Tel.: 05353 912-202
Web: https://www.kaiserdom-koenigslutter.de

Öffnungszeiten
April - Oktober: 9 -18 Uhr November - März: 9-17 Uhr

Foto: Fotoarchiv der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Foto: A. Greiner-Napp

Kaiserdom Königslutter

Als kaiserliche Gründung ist die ehemalige Abteikirche St. Peter und Paul in Königslutter ein außergewöhnliches Bauwerk. Für ihren Stifter, Kaiser Lothar III. (1075-1137), hatte die Kirche – heute Kaiserdom genannt – eine wichtige repräsentative Funktion zu erfüllen und sollte ihm und seiner Familie als würdevolle Grablege dienen. Zu den Besonderheiten gehören die weitgespannten Kreuzgratgewölbe im Chor und im Querhaus sowie die von italienischen Bildhauern geschaffene Bauskulptur. Eindrucksvoll sind die Löwen, die den Eingang bewachen, oder der berühmte Jagdfries an der Hauptapsis. Für einen ungewöhnlich heiteren Raumeindruck sorgen die phantasievoll verzierten Säulen im Kreuzgang.

Aus dem paläon

Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Die Schöninger Speere

Schöningen im Jahr 1994: Im Rahmen einer Rettungsgrabung machen Archäologen im örtlichen Tagebau eine Entdeckung, die unser Bild vom Urmenschen auf den Kopf stellt.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

Inmitten eines Jagdlagerplatzes finden sie mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden sowie sieben Holzspeere, weitere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Eine echte Weltsensation. Denn niemals zuvor wurden so alte und vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz gefunden. Etwa 300.000 Jahre blieben die Fundstücke dank ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Nachricht vom sensationellen Fund der Schöninger Speere geht um die Welt.

Im niedersächsischen Schöningen kann man einzigartig nachvollziehen, wie und wo unser Vorgänger, der Homo heidelbergensis, gelebt und gejagt hat. Aus der gesamten Altsteinzeit gibt es zu den Schöninger Speeren weltweit keine Parallele. Für Archäologen sind die über zwei Meter langen, sorgfältig bearbeiteten Speere wie ein Erkenntnisschatz. Anhand des gesamten Fundensembles lässt sich die Besiedlungsgeschichte Nordeuropas erläutern und viele Annahmen über das Leben des Homo heidelbergensis nun endlich beweisen. Planendes Handeln, Kommunikationsvermögen, technologische Fertigkeiten, ausgefeilte Jagdstrategien und ein komplexes Sozialgefüge gehörten zu seinen Fähigkeiten. Damit war er dem modernen Menschen weit näher als bisher gedacht.

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