Schloss Schöningen

Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere

Infos

Adresse
Burgplatz 1
38364 Schöningen

Kontaktdaten
Tel.: 05352 512196
Web: https://www.schoeningen.de/kunst-und-kultur/sehenswuerdigkeiten/schloss-schoeningen/

Foto: Stadt Schöningen

Schloss Schöningen

Das Schloss wurde um 1350 von Herzog Magnus als Grenzbefestigung gegen die Bistümer Magdeburg und Halberstadt gegründet. Es bildete eine von Wall und Graben umgebene, im wesentlichen quadratische Anlage.

Seine größte Bedeutung erlangte das Schloss zwischen 1568 und 1658, als es als so genanntes Leibgedinge von drei Braunschweiger Herzoginnen während ihrer Witwenschaft bewohnt wurde: 1568 bis 1575 Sophie von Polen, Gemahlin Herzog Heinrich II des Jüngeren, Schwester des polnischen Königs Sigismund II., 1613 bis 1626 Elisabeth von Dänemark, Schwester des Dänenkönigs Christian IV., der 1626 im 30jährigen Krieg von Tilly bei Lutter am Barenberge vernichtend geschlagen wurde und Mutter des "tollen" Christian von Halberstadt. Beide ließen die Schlossanlage erheblich umbauen.

Von 1628 bis 1659 residierte hier Anna-Sophie von Brandenburg, Gemahlin des 1634 verstorbenen Herzogs Friedrich Ulrich. Das Schloss diente danach als Amtssitz, als Landesbefestigung und später bis 1970 als Domäne. Die teilweise verfallenen Anlagen wurden ab 1978 von der Stadt Schöningen aufgekauft und mit großem Bemühen, die bauhistorische Substanz zu erhalten, ihrer heutigen Verwendung zugeführt. Der Palas, der die fürstlichen Wohngemächer und die Amtsverwaltung enthielt, dient jetzt als Fest-, Theater- und Musiksaal und für Gesellschaftsfeiern. Der Westflügel -"Gärtnerhaus"- enthält Garderoben und Nebenräume des Jugendfreizeitzentrums. Im Nordflügel -"Pferdestall"- befindet sich das 1984 eröffnete Jugendfreizeitzentrum der Stadt sowie der Herzoginnen- und der Knappensaal, die für gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Das 1911 errichtete Pächterhaus im Ostflügel diente bis 1970 als Wohnsitz des Domänenpächters. Heute enthält es die Schlossgaststätte mit zahlreichen Seminarräumen. Der Graue Turm an der Südostecke enthält im 1. Obergeschoss die Turmkapelle mit Sterngewölbe, dessen Schlusssteine die Symbole Jesu Christi und der vier Evangelisten zeigen. An den Wänden wurden bei Restaurationsarbeiten ausdrucksvolle Scheinarchitekturmalereien des 19. Jahrhunderts gefunden und wiederhergestellt. Die Kapelle dient jetzt als Empfangsraum bei feierlichen Anlässen und vor allem als Trauzimmer. Im nördlichen Teil des Ostflügels, dem Wachhaus, mit dem Hausmannsturm befinden sich weitere Seminarräume und Hotelzimmer.

Aus dem paläon

Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Die Schöninger Speere

Schöningen im Jahr 1994: Im Rahmen einer Rettungsgrabung machen Archäologen im örtlichen Tagebau eine Entdeckung, die unser Bild vom Urmenschen auf den Kopf stellt.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

Inmitten eines Jagdlagerplatzes finden sie mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden sowie sieben Holzspeere, weitere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Eine echte Weltsensation. Denn niemals zuvor wurden so alte und vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz gefunden. Etwa 300.000 Jahre blieben die Fundstücke dank ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Nachricht vom sensationellen Fund der Schöninger Speere geht um die Welt.

Im niedersächsischen Schöningen kann man einzigartig nachvollziehen, wie und wo unser Vorgänger, der Homo heidelbergensis, gelebt und gejagt hat. Aus der gesamten Altsteinzeit gibt es zu den Schöninger Speeren weltweit keine Parallele. Für Archäologen sind die über zwei Meter langen, sorgfältig bearbeiteten Speere wie ein Erkenntnisschatz. Anhand des gesamten Fundensembles lässt sich die Besiedlungsgeschichte Nordeuropas erläutern und viele Annahmen über das Leben des Homo heidelbergensis nun endlich beweisen. Planendes Handeln, Kommunikationsvermögen, technologische Fertigkeiten, ausgefeilte Jagdstrategien und ein komplexes Sozialgefüge gehörten zu seinen Fähigkeiten. Damit war er dem modernen Menschen weit näher als bisher gedacht.

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Die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald e.V. ist ein Zusammenschluss mehrerer Partner aus der Region Elm-Lappwald liegend in den Landkreisen Helmstedt, Wolfenbüttel und Börde in Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt. Wir kümmern uns um die touristische Bewerbung und Erschließung unserer Region und stellen unseren Besuchern Informationen zu attraktiven Ausflugszielen, möglichen Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

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