Marienkirche

Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere

Infos

Adresse
Anna-Sophienstraße 5
38364 Schöningen

Kontaktdaten
Tel.: 05352-2377
Web: https://www.schoeningen.de/kunst-und-kultur/sehenswuerdigkeiten/st-marienkirche/

Foto: Stadt Schöningen

Marienkirche

Im November 1892 trat mit Kaplan Gottlieb Wollborn der erste katholische Priester seit der Reformation in Schöningen seinen Dienst an. Zuvor gehörten die Katholiken in Schöningen zur Pfarrei St. Ludgeri in Helmstedt, wurden jedoch vom Geistlichen der nähergelegenen Kirche St. Josef und St. Augustinus in Hötensleben seelsorglich betreut. Die Gottesdienste in Schöningen fanden zunächst im Gartensaal des Gasthauses Öhlmann statt.

1893/94 wurde in Schöningen zunächst ein Missionshaus mit einer Kapelle erbaut. Bereits 1897 wurde mit der Männergemeinschaft die erste katholische Gemeinschaft in Schöningen gegründet. 1907 begann der Bau der Kirche nach Plänen von Maximilian Jagielski, am 12. Mai erfolgte ihre Grundsteinlegung. Am 31. Mai 1908 folgte ihre Einweihung durch Dechant Karl Grube aus Braunschweig. Nach dem Bau der Kirche wurde 1908 im Missionshaus eine Schule eingerichtet; sie bestand, mit Unterbrechung von 1939 bis 1945, bis Mitte der 1980er Jahre. 1910 wurde das nördlich der Kirche neuerbaute Pfarrhaus bezogen.

1955 bekam die Kirche neue Glocken, nach dem die beiden größten Glocken 1940 kriegsbedingt abgegeben wurden. Am 1. August 1956 wurde Schöningen zur selbstständigen Kirchengemeinde (Kuratie) erhoben, und seit dem 1. April 1960 ist Schöningen Pfarrei. 1971 erfolgte eine umfangreiche Renovierung der Kirche, verbunden mit einer Umgestaltung des Altarraumes nach der Liturgiereform. 1992 und 2011 folgten Renovierungen der Orgel.

Ab 1996 bestand eine Seelsorgeeinheit mit den katholischen Kirchen in Büddenstedt, Jerxheim und Offleben; am 1. November 2006 entstand daraus die heutige Pfarrgemeinde Maria Hilfe der Christen. Seit dem 1. November 2006 gehört die Kirche zum damals neu gegründeten Dekanat Wolfsburg-Helmstedt, zuvor gehörte sie zum Dekanat Helmstedt-Wolfenbüttel.

Aus dem paläon

Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Die Schöninger Speere

Schöningen im Jahr 1994: Im Rahmen einer Rettungsgrabung machen Archäologen im örtlichen Tagebau eine Entdeckung, die unser Bild vom Urmenschen auf den Kopf stellt.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

Inmitten eines Jagdlagerplatzes finden sie mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden sowie sieben Holzspeere, weitere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Eine echte Weltsensation. Denn niemals zuvor wurden so alte und vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz gefunden. Etwa 300.000 Jahre blieben die Fundstücke dank ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Nachricht vom sensationellen Fund der Schöninger Speere geht um die Welt.

Im niedersächsischen Schöningen kann man einzigartig nachvollziehen, wie und wo unser Vorgänger, der Homo heidelbergensis, gelebt und gejagt hat. Aus der gesamten Altsteinzeit gibt es zu den Schöninger Speeren weltweit keine Parallele. Für Archäologen sind die über zwei Meter langen, sorgfältig bearbeiteten Speere wie ein Erkenntnisschatz. Anhand des gesamten Fundensembles lässt sich die Besiedlungsgeschichte Nordeuropas erläutern und viele Annahmen über das Leben des Homo heidelbergensis nun endlich beweisen. Planendes Handeln, Kommunikationsvermögen, technologische Fertigkeiten, ausgefeilte Jagdstrategien und ein komplexes Sozialgefüge gehörten zu seinen Fähigkeiten. Damit war er dem modernen Menschen weit näher als bisher gedacht.

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Die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald e.V. ist ein Zusammenschluss mehrerer Partner aus der Region Elm-Lappwald liegend in den Landkreisen Helmstedt, Wolfenbüttel und Börde in Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt. Wir kümmern uns um die touristische Bewerbung und Erschließung unserer Region und stellen unseren Besuchern Informationen zu attraktiven Ausflugszielen, möglichen Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

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