Wassermaid

Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere

Infos

Adresse
Markt
38364 Schöningen

Kontaktdaten
Tel.: 05352-512196
Web: https://www.schoeningen.de/kunst-und-kultur/sehenswuerdigkeiten/wassermaid/

Foto: Stadt Schöningen

Wassermaid

Die Schöninger Wassermaid ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie erhebt sich auf dem Markt und erinnert seit 1938 an jene Zeit, in der in Schöningen das härteste Wasser Deutschlands floss.

Bereits 1888 bekam Schöningen eine zentrale Wasserversorgung. Jedoch war dieses Leitungswasser derart kalkhaltig, dass man es weder zum Waschen, noch zum Kochen verwenden konnte. Bis 1959 galt das Schöninger Wasser mit seinen Härtegraden (75 - 84) als das kalkhaltigste in ganz Deutschland.

Zum Waschen nutze man das Regenwasser. Das Wasser zum Kochen lieferten einige Weichwasserbrunnen in der Stadt, später wurde es in Kesselwagen nach Schöningen gebracht. Es wurde an den Brunnen sowie an den Wasserwagen eimerweise verkauft und mühevoll, meistens mit Hilfe des Trageholzes, der so genannten Schanne, nach Hause getragen.

Erst 1959, als an die Überlandleitung Winnigstedt –Schöningen angeschlossen wurde, versorgte man sich auf diese Weise mit weichem Wasser (Härtegrad 16 - 20). Das Stadtsymbol, die Schöninger Wasserträgerin, erinnert an diese Zeit, in der man sicher sehr sorgsam mit dem kostbarem Nass umging. Mit dieser um 1938 aufgestellten Bronzefigur wollte man die zahlreichen, seit Jahren in Schöningen tätig gewesenen fleißigen Wasserträgerinnen ehren.

Aus dem paläon

Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Die Schöninger Speere

Schöningen im Jahr 1994: Im Rahmen einer Rettungsgrabung machen Archäologen im örtlichen Tagebau eine Entdeckung, die unser Bild vom Urmenschen auf den Kopf stellt.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

Inmitten eines Jagdlagerplatzes finden sie mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden sowie sieben Holzspeere, weitere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Eine echte Weltsensation. Denn niemals zuvor wurden so alte und vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz gefunden. Etwa 300.000 Jahre blieben die Fundstücke dank ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Nachricht vom sensationellen Fund der Schöninger Speere geht um die Welt.

Im niedersächsischen Schöningen kann man einzigartig nachvollziehen, wie und wo unser Vorgänger, der Homo heidelbergensis, gelebt und gejagt hat. Aus der gesamten Altsteinzeit gibt es zu den Schöninger Speeren weltweit keine Parallele. Für Archäologen sind die über zwei Meter langen, sorgfältig bearbeiteten Speere wie ein Erkenntnisschatz. Anhand des gesamten Fundensembles lässt sich die Besiedlungsgeschichte Nordeuropas erläutern und viele Annahmen über das Leben des Homo heidelbergensis nun endlich beweisen. Planendes Handeln, Kommunikationsvermögen, technologische Fertigkeiten, ausgefeilte Jagdstrategien und ein komplexes Sozialgefüge gehörten zu seinen Fähigkeiten. Damit war er dem modernen Menschen weit näher als bisher gedacht.

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