Seilereimuseum

Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere

Infos

Adresse
Burgplatz
38364 Schöningen

Kontaktdaten
Tel.: 05352-50547
Web: https://www.schoeningen.de/kunst-und-kultur/museen/seilereimuseum/

Öffnungszeiten
Mi 15 - 17 Uhr So 10.30 - 12.30 Uhr
Und nach tel. Vereinbarung

Foto: Stadt Schöningen, Paul Buder

Seilereimuseum

Das Seilereimuseum ist Zeuge einer anderen Zeit und auch einer teilweise anderen Welt. Es erweckt mit Hilfe von verschiedenen Ausstellungsstücken das Vergangene zu neuem Leben.

Ein Seil ist ein Gegenstand, den alle kennen und garantiert schon einmal benutzt haben. Man kann sich heute im Zeitalter der Technik kaum noch vorstellen, wie schwer doch die Arbeit eines Seilermeisters noch vor etwa 50 Jahren gewesen sein mag. Beschwerliche körperliche Arbeit war notwendig, um die verschiedenen Seile anzufertigen. Seile wurden damals per Hand auf sogenannten Seilerbahnen gedreht. In der heutigen Zeit erfolgt die Herstellung mit Hilfe von Seilschlagmaschinen.

Das Seilereihandwerk besitzt in Schöningen eine sehr lange Tradition. Die frühere Bedeutung zeigt sich vor allem in der Existenz einer eigenen Gilde, die am 1. August 1729 eingerichtet wurde. Wahrscheinlich war der spätere Rückgang an Seilermeistern ausschlaggebend für die Auflösung dieser Seilergilde...Eine der wenigen Seilereien, die bis in die Gegenwart erhalten blieb, ist der Familienbetrieb Seilerei Danzfuß Wengler Lutze, der vor 200 Jahren von Jakob Danzfuß gegründet wurde. Walter Lutze führte den Betrieb in der achten Generation bis 1995 fort...
Durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Schöningen erfüllte sich für Walter Lutze sein Traum, ein eigenes kleines Seilereimuseum zu errichten, da ihm der Beruf im Laufe seines Lebens zur Leidenschaft geworden ist.

Das Schöninger Seilereimuseum, welches im Torhäuschen des Schöninger Schlosses untergebracht ist, versetzt mit seinem besonderen Charme die Besucher zurück in eine längst vergangene Zeit. Die Gäste des Museums werden in die Welt der Handseilerei eingeführt, indem Walter Lutze während seiner Führungen den Museumsbesuchern die Fertigkeiten des Seilerhandwerks erklärt und auch zahlreiche kleine Geschichten rund um das Familienunternehmen erzählt. Seine Beschreibungen werden durch die ausgestellten Handwerksgeräte und Produkte – darunter auch ehemalige Meisterstücke – zusammen mit zahlreichen Dokumenten und Fotos über das alte Handwerk veranschaulicht. Die meisten Geräte und Erzeugnisse kommen aus der eigenen Seilerei und sind zum Teil bis zu 200 Jahre alt. Eine alte Spinn- und Schnürmaschine, Spinnhaken, Spleißnägel, Netznadeln und –hölzer, eine Hanfwaage, eine Knäuelwickelmaschine und noch einiges mehr stellt Herr Lutze in dem Seilereimuseum aus.

Als Museumsbesucher kann man selbst ein Seil aus vier Litzen, die vorher ebenfalls von Hand gefertigt wurden, herstellen und als Andenken an die Vorführungen der Handseilerei mitnehmen.

Aus dem paläon

Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Die Schöninger Speere

Schöningen im Jahr 1994: Im Rahmen einer Rettungsgrabung machen Archäologen im örtlichen Tagebau eine Entdeckung, die unser Bild vom Urmenschen auf den Kopf stellt.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

Inmitten eines Jagdlagerplatzes finden sie mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden sowie sieben Holzspeere, weitere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Eine echte Weltsensation. Denn niemals zuvor wurden so alte und vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz gefunden. Etwa 300.000 Jahre blieben die Fundstücke dank ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Nachricht vom sensationellen Fund der Schöninger Speere geht um die Welt.

Im niedersächsischen Schöningen kann man einzigartig nachvollziehen, wie und wo unser Vorgänger, der Homo heidelbergensis, gelebt und gejagt hat. Aus der gesamten Altsteinzeit gibt es zu den Schöninger Speeren weltweit keine Parallele. Für Archäologen sind die über zwei Meter langen, sorgfältig bearbeiteten Speere wie ein Erkenntnisschatz. Anhand des gesamten Fundensembles lässt sich die Besiedlungsgeschichte Nordeuropas erläutern und viele Annahmen über das Leben des Homo heidelbergensis nun endlich beweisen. Planendes Handeln, Kommunikationsvermögen, technologische Fertigkeiten, ausgefeilte Jagdstrategien und ein komplexes Sozialgefüge gehörten zu seinen Fähigkeiten. Damit war er dem modernen Menschen weit näher als bisher gedacht.

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Die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald e.V. ist ein Zusammenschluss mehrerer Partner aus der Region Elm-Lappwald liegend in den Landkreisen Helmstedt, Wolfenbüttel und Börde in Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt. Wir kümmern uns um die touristische Bewerbung und Erschließung unserer Region und stellen unseren Besuchern Informationen zu attraktiven Ausflugszielen, möglichen Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

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