Stolpersteine

Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere

Infos

Adresse
Innenstadt
38364 Schöningen

Kontaktdaten
Tel.: 05352-512196
Web: https://www.schoeningen.de/kunst-und-kultur/stolpersteine/

Foto: Stadt Schöningen

Stolpersteine

Stolpersteine - Steine über die wir stolpern sollen? Ja, das sollen wir, aber nicht im Sinne von stürzen und hinfallen, sondern mit den Gedanken...Wenn Sie so einen Stolperstein sehen, heißt das, in diesem Haus lebte einmal ein Mensch, der aufgrund seines Glaubens, seiner politischen Gesinnung, einer Behinderung oder weil er den Nazis aus einem uns unbegreiflichen Grund unbequem war, deportiert und ermordet wurde.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig macht mit dem Projekt "Stolpersteine" auf diese grausamen Vorkommnisse in der NS-Zeit aufmerksam. An dem letzten selbstgewählten Wohnort des jeweiligen Menschen wird auf dem Gehweg vor dem Wohnhaus ein Stein im Boden versenkt, auf dem eine 10 x 10 cm große Messingplatte angebracht ist. Auf diese sind der Name und die Lebensdaten sowie das Schicksal des Naziopfers eingehämmert. Stößt man nun im Vorbeigehen auf so einen Stein, stolpert man in Gedanken, beugt sich über den Stein um lesen zu können was darauf steht und verbeugt sich so, innehaltend vor dem Menschen.

"Das Grauen begann nicht erst in Auschwitz, Treblinka oder in anderen Lagern... es begann in unserer Nachbarschaft, in unserem Haus, vor unserer Tür..." (Zitat Gunter Demnig). Die Nationalsozialisten haben den Menschen damals die Würde und den Namen genommen, sie wurden einfach ausgelöscht und haben nicht einmal ein Grab, an dem überlebende Angehörige trauern können. Mit der Legung der Stolpersteine wird den Menschen zumindest ihre Würde und ihr Name wieder zurückgegeben und sie sind so wieder ein Stück weit unter uns, wenn wir von ihnen sprechen.

In Schöningen hat es auch Familien gegeben, die von diesen Nazi Gräueltaten betroffen waren. Für die Menschen, deren Namen auf dem Gedenkstein des Schöninger Friedhofes stehen, wurde in Initiative der Arbeitsgemeinschaft "Stolpersteine für Schöningen" je ein Stolperstein gelegt. 25 Namen, hinter denen ein ganz persönliches Schicksal steht, finden wir auf dem Gedenkstein. Namen die es zu recherchieren galt. Insgesamt wurden von Oktober 2012 bis April 2014 31 Stolpersteine in Schöningen verlegt. Gunter Demnig hat inzwischen mehr als 50.000 Stolpersteine in ganz Europa verlegt.

Aus dem paläon

Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Die Schöninger Speere

Schöningen im Jahr 1994: Im Rahmen einer Rettungsgrabung machen Archäologen im örtlichen Tagebau eine Entdeckung, die unser Bild vom Urmenschen auf den Kopf stellt.

Dr. Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) ist der Entdecker der weltberühmten Schöninger Speere. Seit 1983 führte der Archäologe mit seinem Team im Vorfeld des Schöninger Tagebaus Rettungsgrabungen durch. Die Krönung seiner Bemühungen war zwischen 1994 und 1998 die Entdeckung mehrerer, vollständig erhaltener Holzartefakte aus der Altsteinzeit – ein Fund der seinesgleichen sucht und ihren Finder in Fachkreisen weltbekannt machte. Die Schöninger Speere sind mit einem Alter von etwa 300.000 Jahren die bisher ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit. Mit dem paläon – Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere wird Thiemes Fund gebührend für interessierte Besucher und Fachleute aus der ganzen Welt in Szene gesetzt.

Inmitten eines Jagdlagerplatzes finden sie mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden sowie sieben Holzspeere, weitere Speerbruchstücke, eine Lanze und ein Wurfholz. Eine echte Weltsensation. Denn niemals zuvor wurden so alte und vollständig erhaltene Jagdwaffen aus Holz gefunden. Etwa 300.000 Jahre blieben die Fundstücke dank ungewöhnlich günstiger geologischer Verhältnisse erhalten. Die Nachricht vom sensationellen Fund der Schöninger Speere geht um die Welt.

Im niedersächsischen Schöningen kann man einzigartig nachvollziehen, wie und wo unser Vorgänger, der Homo heidelbergensis, gelebt und gejagt hat. Aus der gesamten Altsteinzeit gibt es zu den Schöninger Speeren weltweit keine Parallele. Für Archäologen sind die über zwei Meter langen, sorgfältig bearbeiteten Speere wie ein Erkenntnisschatz. Anhand des gesamten Fundensembles lässt sich die Besiedlungsgeschichte Nordeuropas erläutern und viele Annahmen über das Leben des Homo heidelbergensis nun endlich beweisen. Planendes Handeln, Kommunikationsvermögen, technologische Fertigkeiten, ausgefeilte Jagdstrategien und ein komplexes Sozialgefüge gehörten zu seinen Fähigkeiten. Damit war er dem modernen Menschen weit näher als bisher gedacht.

Weitere Ausflugsziele im Elm-Lappwald

Toggle Directions

Über die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald e.V.

Die Tourismusgemeinschaft Elm-Lappwald e.V. ist ein Zusammenschluss mehrerer Partner aus der Region Elm-Lappwald liegend in den Landkreisen Helmstedt, Wolfenbüttel und Börde in Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt. Wir kümmern uns um die touristische Bewerbung und Erschließung unserer Region und stellen unseren Besuchern Informationen zu attraktiven Ausflugszielen, möglichen Aktivitäten und Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Menü schließen