Helmstedt – Stadt der Einheit

Helmstedt ist eine Kleinstadt mit bewegter Geschichte zwischen Braunschweig und Magdeburg und liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald.

Vom 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert war Helmstedt Universitätsstadt. Giordano Bruno und Carl Gustav Gauss sind nur zwei von vielen Gelehrten, die einst in Helmstedt lebten und lehrten. Die Architektur Helmstedts ist nach wie vor von dieser Zeit geprägt und Bauwerke aus unterschiedlichen Stilepochen wie der Romanik, Neugotik und Renaissance sind hier auf einem (geführten) Stadtrundgang zu bewundern.

Der Hausmannsturm beispielsweise ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land und Bestandteil der ehemaligen Befestigungsanlage. In den Sommermonaten bläst der Helmstedter Hausmann noch immer jeden Samstag die Woche ab.

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Der Helmstedter Hausmannsturm ist das älteste erhaltene Stadttor im Braunschweiger Land. Foto: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Berühmt ist Helmstedt vor allem aufgrund des ehemaligen Universitätsgebäudes Juleum. Das Aula-Gebäude, Juleum Novum, der ehemaligen Universität ist ein palastartiger Renaissancebau und damit eines der schönsten und beeindruckendsten Bauwerke der Stadt. Von April bis Oktober kann man vom Juleumsturm einen herrlichen Blick über Helmstedt genießen.

Dass Menschen bereits in der Jungsteinzeit in der Gegend um Helmstedt siedelten, davon zeugen die Großsteingräber „Lübbensteine“ am westlichen Ortsrand. Den Professoren der Helmstedter Universität ist es zu verdanken, dass sie heute noch existieren. Die Gelehrten förderten die frühen Untersuchungen und verhinderten eine Verwertung der Steine als Baumaterial. Erste quasi-archäologische Ausgrabungen der Grabstätte fanden um 1700 statt.

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Die Lübbensteine. Großsteingräber aus der Steinzeit am Rande Helmstedts. Foto: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

GrenzenLos, Geschichte & Museen

Zu Zeiten der innerdeutschen Teilung galt Helmstedt, direkt an der Bundesautobahn 2 gelegen, als wichtigster Grenzübergang zwischen der BRD und der DDR. Inzwischen ist Helmstedt GrenzenLos und an zahlreichen Orten in und um Helmstedt wird an die innerdeutsche Teilung erinnert. So kann man im Zonengrenzmuseum einen Eindruck vom damaligen Leben im Grenzgebiet erhalten und auch ein jeder Helmstedter hat seine eigene Geschichte von Teilung und Wiedervereinigung zu erzählen.
Im Kloster St. Marienberg in Helmstedt sitzt die von einer örtlichen Stiftung gegründete Paramentenwerkstatt. Hier trifft moderne technische Ausstattung auf fachliche Expertise, die unter Fachleuten großes Ansehen genießt. Produziert werden hier zum Beispiel Wandbehänge, Altarwäsche, Taufkleider, Stolen oder Talare.
Im Ortsteil Emmerstedt gelegen besteht seit dem Jahr 1753 eine landwirtschaftlicher Hof, der so genannte „Kothsassenhof“. Dieser ist in seiner ursprünglichen Form weitgehend erhalten und empfängt heute als ländliches Dorfmuseum Besucher. Auf einer Ausstellungsfläche von 600 m² im ehemaligen Wohnhaus, den Ställen und Scheunen sowie einer Freifläche von 900 m² in Hof und Garten können insgesamt ca. 3.000 Ausstellungstücke von der Heugabel bis zur Dreschmaschine bestaunt werden. In der Dauerausstellung dreht sich vieles um die Themen ländliches Leben, landwirtschaftliche Technik, heimische Tierwelt und Handwerkskunst. Daneben haben sich im Museumshof zahlreiche Sonderausstellungen und verschiedene Veranstaltungen etabliert. Für Klein und Groß ziehen zum Beispiel die Züge der Modelleisenbahn ihren Weg durch eine schöne ländliche Kulturlandschaft. Sie sind herzlich eingeladen, das alles und noch viel mehr zu entdecken.

Naherholung am Wasser

Wer nach so viel Kultur und Geschichte ein wenig den Kopf freibekommen möchte, kann dies in Helmstedt wunderbar in der Natur tun. An besonders heißen Tagen lockt das Waldbad Birkerteich, welches wie der Name sagt, idyllisch im Lappwald eingegliedert ist. Hier ist der ideale Ort für alle, die gerne Wasser um sich haben. Für jede Altersklasse wird etwas geboten – sei es die 50-Meter-Bahn, der Zehn-Meter-Turm oder das beheizte Babybecken. Wer Durst oder Hunger bekommt, dem sei das kleine Bistro im Schwimmbad empfohlen.
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Idyllisch im Wald gelegen: Das Helmstedter Freibad. Foto: Sebastian Petersen / Philigran Studio.
Da die Region Helmstedts vom Braunkohletagebau geprägt ist, wundert es nicht, dass sich einige dieser ehemaligen Tagebaustätten nunmehr als künstlich angelegter See als Naherholungsgebiet präsentieren. So kann im früheren Tagebau Anna-Süd heute geangelt werden und am Lappwaldsee bieten sich bei einer Grenzwanderung immer wieder schöne Blicke auf den entstehenden See. In einigen Jahren wird man hier auch baden gehen können.

Der Lappwaldsee zwischen Helmstedt und Harbke und Anna-Süd sind ehemalige Tagebauten. Sie befinden sich derzeit in Rekultivierung und sollen Naherholungsgebiete werden. Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Wer keine Wasserratte ist, kann sich in Helmstedt bei den beiden großen örtlichen Vereinen HSV und TSV in unterschiedlichsten Sportarten wie Fußball, Turnen, Einradfahren oder Ju Jutsu verausgaben oder mit dem Fahrrad oder zu Fuß den Lappwald und das Grüne Band erkunden. In den vergangenen Jahren wurde das Rad- und Wandernetz deutlich ausgebaut und Einiges in Streckenbeschilderung und -pflege investiert. Zahlreiche Themenwege laden rund um Helmstedt ein, die aktive Erholung in der Natur zu suchen. Ein toller Ausgangspunkt für eine Wanderung ist auch das nahegelegene Bad Helmstedt. Vom ehemaligen Kurort kann man nach allen Himmelsrichtungen unterschiedliche Strecken testen.
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