Verbandsgemeinde Obere Aller

Wo Ost und West zusammenwuchsen

Die Verbandsgemeinde Obere Aller besteht aus sieben Kommunen. Sie befindet sich im westlichen Sachsen-Anhalt und grenzt an Niedersachsen.

Eilsleben als Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde liegt im nordwestlichen Teil des Landkreises Börde (Sachsen-Anhalt) im idyllischen Tal der „Oberen Aller“ am Allerbruch. Hier entspringt die Aller, die sich durch ganz Norddeutschland zieht und schließlich nahe Bremen in die Weser mündet. Erstmals wurde Eilsleben im Jahre 1145 urkundlich erwähnt. Allerdings weisen steinzeitliche Funde darauf hin, dass das Gebiet schon weit über 5000 Jahre besiedelt ist.

Geschichten von Handwerk und Heimat

Neben dem bekanntesten Wahrzeichen der Gemeinde – dem 36 Meter hohen Wasserturm – ist das Tischlereimuseum Timme ein beliebter Anlaufpunkt für Besucher Eilslebens. Auf 350 Quadratmetern informiert das Museum über das Holzhandwerk. In mehreren historischen Werkstätten lernen Interessierte den früheren Arbeitsalltag von Zimmerer, Drechsler, Tischler und Böttcher kennen. In der Stellmacherei erfahren Sie, wie ein hölzernes Wagenrad entsteht.

Auch Ummendorf bietet mit dem Börde-Museum auf der Burg einen Einblick in die Geschichte der Arbeit. In der Landtechnikausstellung staunen Besucher über einen für die Börde typischen vollständigen Dampfpflugsatz. Ein besonderes Highlight sind hier die beiden Heucke-Dampflokomobile. Die Dauerausstellung informiert über das Leben auf dem Land. Auch Hobbygärtner und -köche können im Heimatmuseum Burg Ummendorf noch etwas dazulernen. Als botanischer Schaugarten für Wild- und Kulturpflanzen hat sich der Kräutergarten mit rund 400 Pflanzenarten zu einem regelrechten Besuchermagneten entwickelt. Veranstaltungen zu verschiedenen Themen vertiefen einzelne Schwerpunkte und vermitteln Wissenswertes zu den Kräutern. So können Sie viele Anregungen mit nach Hause nehmen.

Harbke ist ein weiteres Ziel in der Verbandsgemeinde Obere Aller, das einen Ausflug wert ist. Im 14. Jahrhundert errichtete das Adelsgeschlecht Veltheim das Schloss Harbke, das auf den Grundmauern einer mittelalterlichen Rundburg erbaut wurde und als Herrschaftssitz diente. An das Schloss, das als Ruine erhalten ist, grenzt der Schlosspark. Im 18. Jahrhundert legte man hier zuerst einen barocken Lustgarten an und ließ diesen kurze Zeit später in einen Landschaftspark umwandeln. Im Schlosspark gedeiht der älteste Ginkobaum Deutschlands. Früher fanden sich im Park 300 seltene Gehölzarten, da Harbke sich zum wichtigsten Pflanzlieferanten Deutschlands entwickelt hatte. Heute sind noch etwa 100 Arten im Park vorhanden. Aber nicht nur der Flora bekommen die Lebensbedingungen in Harbke: Inzwischen hat sich eine Nutriafamilie im Schlosspark angesiedelt. Die putzigen und zutraulichen Nager sind bei den Parkbesuchern sehr beliebt.

Körperliche und spirituelle Erholung

Der Schlosspark Harbke samt Turmruine und niedlichen Nutrias. Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Gleich in der Nähe der Schlossruine befindet sich mitten im Schlossgarten die Orangerie. Hier können Sie bei einer Tasse Kaffee die Sonne genießen und die Seele baumeln lassen. Ein Geheimtipp ist die Turmruine in Harbke, die vom Parkplatz des Ruheforstes aus erkundet werden kann. Schon beim Bau wurde sie gezielt in verwunschener und auf den ersten Blick  verfallener Gestalt errichtet. Schlossherr Werner von Veltheim wollte den Bürgern in einer entbehrungsreichen Zeit für ihre Treue danken und sie mit dem Bau in Arbeit halten.

Der Ort Marienborn zählt zu den ältesten Wallfahrtsorten Deutschlands. Der Überlieferung nach erschien hier um das Jahr 1000 einem frommen Hirten die Jungfrau Maria. Am Ende des 12. Jahrhunderts entsprang hier ein Quell, der sogenannte „Marienborn“ mit heilender Wirkung. Deshalb machten sich viele Menschen auf den Weg nach Marienborn, um den wunderbaren Born zu sehen und aus ihm zu trinken. Schon bald verbreitete sich das Gerücht, dass Kranke, die daraus tranken, geheilt worden seien. Seit 1990 ist Marienborn wieder ein Wallfahrtsort. Besonders die wieder aufgebaute Marienkapelle mit der Marienquelle und die Klosterkirche ziehen viele Besucher an.

Kapelle Marienborn
Das Innere der Marienkapelle in Marienborn. Foto: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Zeitzeugen der deutschen Teilung

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs richteten die Alliierten einen Grenzübergang bei Marienborn ein, den die DDR später zu einer Festung direkt an der heutigen Bundesautobahn A2 ausbaute. Während in anderen Teilen Deutschlands kaum noch Zeugnisse der deutschen Teilung zu sehen sind, blieb der ehemalige Grenzübergang Marienborn teilweise erhalten. Das Land Sachsen-Anhalt richtete auf dem weitläufigen Gelände die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ein. Hier können Besucher das DDR-Grenzregime und seine Auswirkungen nachempfinden. Die Gedenkstätte umfasst eine moderne Dauerausstellung, die es Ihnen erlaubt, die Zeit der deutschen Teilung und die Wiedervereinigung multimedial nachzuerleben.

Der ehemalige Grenzübergang Marienborn ist heute eines der letzten Zeugnisse der innerdeutschen Teilung. Fotos: Sebastian Petersen / Philigran Studio.

Ausflugsziele in und um Verbandsgemeinde Obere Aller

Schlosspark Harbke

Gedenkstätte Marienborn

Grenzdenkmal Hötensleben

Lappwaldgeschichten mit Dominik Bartels

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